Systemwechsel ohne Vorbereitung

In einer gut besuchten Zehntscheuer fand der traditionelle Bürgerempfang des CDU Stadtverbandes Leinfelden-Echterdingen statt.
Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die Festrede von Frau Brunhild Kurth, ehemalige Staatsministerin für Kultus in Sachsen und die Verleihung des „Bürgerpreises für das Ehrenamt“ an die Jugendfarm Echterdingen und den Aki Musberg.
Die Zeitzeugin Kurth berichtete den Zuhörern eindrucksvoll die unbeschwerte Kindheit in der DDR, später die ersten kritischen Momente mit dem Regime als Klassenkameraden aus Unternehmerfamilien plötzlich enteignet wurden. Einschneidendes Erlebnis war auch die vom Staat angeordnete Zwangseinweisung eines alleinstehenden Herren direkt in die Privatwohnung der Eltern. In den späten 80er Jahren hat sich die Stimmung in der DDR stark verändert und dass die Revolution bis zum Mauerfall friedlich verlaufen ist, ist nach Kurth nur der Disziplin einiger entscheidender Beteiligter zu verdanken. Sie sprach anschließend von der Narbe des plötzlichen Systemwechsels, auf den kaum einer im Osten vorbereitet war. In der schulischen Bildung spielte Demokratie und Eigenverantwortung im täglichen Leben keine Rolle. Dazu kommen plötzliche Arbeitslosigkeit und Existenzängste, die es zu Zeiten der DDR schlicht nicht gab.Die inzwischen erreichten Fortschritte im Osten und Annäherungen in der Entwicklung an den Westen wurden ebenfalls thematisiert, die objektiv weiter sind als die gefühlte Wahrnehmung. Eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung koste jedoch Zeit, Geduld und gegenseitiges Verständnis.

Katja Fellmeth, Stadtverbandsvorsitzende von L-E, begrüßte zuvor die anwesenden Gäste und wies in Ihrer Begrüßungsrede auf die Auswirkungen durch das Auszählverfahren der Kommunalwahl hin: kleine Gruppierungen werden überproportional berücksichtigt. Der Trend zu immer mehr Listen ist deutlich erkennbar.
Weiterer Schwerpunkt ihrer Rede war das Thema Klimawandel: Anreize schaffen ist die Prämisse der CDU L-E statt Verbote. Klimaschutz ist mehr als nur schwarz-weiß Malerei. Jeder einzelne kann direkt bei sich, in seiner eigenen Komfort-Zone dazu beitragen. Alternative Antriebe sind technische Innovationen, die nicht zum Null-Tarif zu haben sein werden.
Durch den zweiten Teil des Abends führte der stellv. Stadtverbandsvorsitzende Dr. Karsten Finger. Er überreichte im Namen des Stadtverbandes die Preise an die beiden Jugendeinrichtungen in Höhe von je 150€. Ein weiterer Preis ging stellvertretende für ein ganzes Team von Ehrenamtlichen an das Ehepaar Knupfer aus L-E. Beide haben sich über viele Jahre im Leinfelder Haus aktiv eingebracht und die regelmäßig stattfindenden Ausstellungen maßgeblich verantwortet.

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